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Förster im Huertgenwald

Zerkall

Die Wiederansiedlung des Bibers

„Es gab Zeiten, da war Europa von Gibraltar bis zum Nordkap flächendeckend vom Biber besiedelt, nur auf Irland und Island, gab es keine – umso mehr dafür hier, wo wir uns befinden: in der Eifel.

Im 18. Jahrhundert war der Biber aber beinahe ausgerottet. Denn er war begehrtes Jagdgut: Da der Biber schwimmt, einen geschuppten Schwanz und Schwimmhäute zwischen den Pfoten hat, zählte er früher zu den Fischen. So war es den Gläubigen erlaubt, auch in der Fastenzeit Biber zu essen. Und sein Fleisch muss wohl vorzüglich schmecken. Das dichte Fell war darüber hinaus begehrt für Hüte. Das Drüsensekret, Bibergeil genannt, wirkt antibakteriell und galt damals als Wunderheilmittel gegen Gicht und allerlei Wehwechen.

Die rücksichtlose Verfolgung führte dann dazu, dass es um 1850 herum keinen Biber hier in der Eifel mehr gab. Weltweit waren sogar nur noch 2.000 Exemplare übrig.

Im Juli 1981 hat es dann hier in der Eifel wieder mit dem Biber angefangen: Drei Biberpaare aus einer Zuchtstation in Polen wurden im Tal der Weißen Wehe, etwa 10 Kilometer von hier entfernt, ausgewildert. Sechs weitere Tiere haben wir dann wenig später ausgesetzt und innerhalb von 5 bis 6 Jahren haben sie sich so rasant vermehrt, dass schon gegen Ende der 90er Jahre wieder über 100 Biber in der Eifel lebten. Das war wirklich eine Erfolgsstory!

In den folgenden Jahren haben sich die schlauen Tierchen dann in der ganzen Eifel und bis ins Hohe Venn ausgebreitet. Der ein oder andere Obstbaum in den Gärten der Rur-Anwohner ist Ihnen am Anfang zwar noch zum Opfer gefallen, aber mittlerweile haben sich alle gut arrangiert.

Förster im Hürtgenwald

Der Biber wurde verfolgt und beinahe ausgerottet – jetzt ist er wieder da

Und da die Tiere auch an Land gut Strecke machen können, finden sich die Nachkommen der ursprünglich sechs ausgewilderten Paare heute sogar in der Maas in den Niederlanden. Das konnten wir daran erkennen, da in den Niederlanden ausschließlich Biber aus der Elbe ausgewildert wurden. Und die haben ein deutlich helleres Fell, als unsere fast schwarzen Biber, die ja aus den Masuren in Polen stammten.

Und heute zählen wir wieder rund 600 bis 800 Biber alleine in der Nordeifel – Tendenz weiter steigend. Was wir damals nicht ahnten? Die Rückkehr des Bibers ist heute in der Eifel und entlang der Rur kaum mehr zu übersehen.

Die Biber besiedeln nicht nur die unterschiedlichsten Landschaften, sie gestalten diese auch wie keine zweite Tierart nach ihren eigenen Vorstellungen. Mich begeistern sie damit immer wieder, geärgert haben sie mich allerdings auch schon! Aber so ist das nun einmal. Eben ein Geben und Nehmen. Dass das Wiederansiedlungsprojekt der Biber in der Eifel aber ein so großer Erfolg wird, war vor Anfang der 90er Jahre nicht abzusehen.“